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Montag, 12. Mai 2008

VOGUE BLEIBT DAS MASS ALLER DINGE

Die Zeitschrift Vogue ist seit vielen Jahren das Mass in allen Stilfragen, sei es nun Mode oder Lifestyle. Die Berichte über das Leben interessanter und berühmter Menschen gewinnen Tiefe, weil sie nicht einfach nur Stars als Kleiderständer ins Bild setzen oder Wohnzimmer ablichten, die aussehen, als seien sie frisch aus dem Katalog zusammengestellt. Leben und Lebensumstände werden eng verwoben, gerne in skurrilen Bildinszenierungen, aber immer äusserst «stylish».
Das Cover

Hamish Bowles, Europa-Redakteur der Vogue und Herausgeber von Vogue Living, hat nun die 36 besten Reportagen der letzten Jahre in einem Prachtsband zusammengefasst und einige bisher unveröffentliche Bilder hinzugefügt. Ein Megastar wie Madonna beim Hühnerfüttern auf gepflegtem englischem Rasen hat doch was... Vor allem, wenn man die Vorgeschichte von Haus Ashcombe kennt: Den englischen Landsitz hatte in den 30er und 40er Jahren der legendäre Portrait-Fotograf Cecil Beaton gemietet und bewohnt.


Madonna in ungewohnter Pose, aber elegant wie gewohnt
(alle Bilder courtesy Knopf Publ.)

Streng genommen gehört der Band nicht (nur) in die Kategorie Interior Design, aber es sind mehr als genug interessante Anwesen und Gärten zu sehen!
Ein Stil lässt sich naturgemäss nicht festlegen, zu verschieden sind die Lebensläufe und Lebensräume der Portraitierten. Donna Karans minimalistisch eingerichtetes Apartment hoch über Manhatten hat mit dem farbenfrohen Pariser Palais von Christian Lacroix so wenig gemein wie die Modelinien der beiden Designer. Amanda Brooks pinkfarbener Barbie-Traum (ebenfalls Manhatten) kontrastiert die toskanischen Gärten des Lord Lambton; und Bilder aus dem Familienalbum der amerikanischen «socialite» Marina Rust aus dem ländlichen Maine zeigen eine völlig andere Welt als die bunte Kulisse von Miami, in der Modeschöpfer Gianni Versace lebte.
Wenn dieses Buch eine Botschaft hat, ist es diese: So verschieden wie die Menschen sind, so verschieden leben sie – und alles hat Berechtigung und Stil.



Reed Krakoff hat dieses Townhouse in New York 2007 verkauft/zum Kauf ausgeschrieben

Mit dabei:
  • Regisseurin Sofia Coppola
  • Schuhlegende Manolo Blahnik
  • die Modeschöpfer Donna Karan und Christian Lacroix
  • der unvergleichliche Karl Lagerfeld
  • der amerikanische Vertreter der Eleganz Oscar de la Renta
  • Isabella Rossellini
  • das Flussboot von Schuhdesigner Christian Louboutin
  • Madonna und Guy Ritchie
  • Gianni Versace, Miami
  • der Fotograf Bruce Weber
  • Topmodel Stella Tennant
  • Tory Burch, Modedesignerin aus New York
  • Malergenius Julian Schnnabel
  • Reed Krakoff, Gründer und Präsident des Modelabels Coach
  • Designexpertin Carolina Irving (bekannte Buchautorin)
und viele mehr...

Jeannette de Bottons Esszimmer cum Bibliothek/
Die Lobby des Gramercy Hotels zeigt Julian Schnabels (Wohn-)Stil/
Baby Iris' Zimmer im Haus von Stella Tennant und David Lasnet

Sonntag, 27. April 2008

HAUTE COUTURE FÜR DAS EIGENHEIM

In lezter Zeit höre und lese ich immer häufiger von «Couture Interiors». Zwei Aspekte definieren den Begriff:
  • Mode Design und Interior Design verweben sich immer enger – was übrigens auch die «Sonderausgabe» Vogue Living (mit der hinreissenden Rachel Weisz auf dem Cover, am Kiosk erhältlich) in ihrer aktuellen Ausgabe feststellt: Wenn in diesem Frühling und Sommer klare und starke Farben im Trend liegen, betrifft das nicht nur die Laufstege, sondern auch die Designwelt, beispielsweise Möbelmacher und Stofffabrikanten.

Ein Vorreiter in der Verbindung von Mode und Design:
Vogue/ Vogue Living (aktuelle Ausgabe)
  • Es geht aber auch um die «neue Eleganz». Was Designer und Innenarchitekten heute erarbeiten, ist Haute Couture für das Eigenheim. Diese hat in den letzten Jahren den «Magerstil» der 90-Jahre abgelöst und sich aus allen anderen Jahrzehnten und Stilen das Beste ausgesucht und in die Formensprachen des 21. Jahrhundert übertragen. Wie sagte schon Coco Chanel: «Luxus ist kein Luxus – ohne Bequemlichkeit». Es darf (wieder) üppig, sinnlich und farbenfroh sein.
Immer mehr Modedesigner bieten eine eigene Interior-Linie an als logische Weiterentwicklung ihrer Portfolios. Den Trend eingeläutet hat vor vielen Jahren der grosse Ralph Lauren. Die Homecollection umfasst heute neben der Bettwäsche eine komplette Möbelkollektion – und seit 2007 kann man selbst Gartenarbeiten stilgerecht verrichten...
Viele grosse Namen folgten: Giorgio Armani, Tommy Hilfiger, Kenzo, Missoni, Hèrmes, Pucci, Fendi, Etro. Auf die eine oder andere Art hat jedes grosse Modelabel inzwischen einen Fuss in der Designwelt. Ein besonderes Beispiel ist die italienische Firma Loro Piana, bekannt für edelste Cashmere-Kleidung. Seit einiger Zeit hat sie auch Stoffe für die Innendekoration im Sortiment. Cashmere und Seide für das Sofa, hier geht beinahe alles. Selbst die Teppiche sind aus Cashmere gefertigt (wenn auch nicht in den poppigen Farben dieser Saison).

Natürlich gibt es Bücher zum Thema.

Zwei Cover für das selbe Buch: Couture Interiors und eine Seite (courtesy Laurence King Publ.)
Getreu dem Titel beleuchtet dieser Band die Beziehung zwischen Laufsteg und Lifestyle und den regen Ideenaustausch zwischen den Kreativbereichen. Prominente Vertreter auf diesem Grenzgang sind Paul Smith, Missoni, Fendi, Roberto Cavalli, Vivienne Westwood, Kenzo, Oscar de la Renta, Matthew Williamson, Donatella Versace und viele mehr. Das Buch bietet Lesern, die nur Bilder von schönen Kleidern oder Interiors suchen, nicht das volle Programm. Es ist eher eine tiefreichende Untersuchung über die immer stärker und tiefer greifende Symbiose; den Text sollte man unbedingt lesen.


Zwei Beispiele aus «Couture Interiors – Living with Fashion» (pictures courtesy Laurence King Publ.)

Präzise und abwechslungsereich lässt sich die Symbiose zwischen Mode und Design anhand der Geschichte des «Tartan» verfolgen. Aus dem klassischen Karo, reserviert für Mitglieder schottischer Clans, ist längst ein multifunktionales Muster geworden, das in allen Bereichen des Lebens eingesetzt werden kann.
Linda Evangelista trägt Karo: «Tartan» aus dem Verlag Rizzoli –
Sarah Jessica Parker und Modedesigner Alexander McQueen in Tartan (McQueens eigenes Clandesign, picture Sherly Rabbani & Josephine Solimene, copied from style.com)


Dieser hinreissende Bildband hat viel Überraschendes zu bieten: Neben vielen Schnappschüssen von prominenten Kilt-Trägern (Sean Connery, Madonna, Rod Stewart uvm) und Modedesignern, die für ihre Kollektionen gerne und häufig Karos verwenden (Burberry, Alexander McQueen, Marc Jacobs für Louis Vuitton, Paul Smith), ist ein grosses Kapitel dem Tartan im Wohnbereich gewidmet (natürlich auch wieder dabei Ralph Lauren).
Wer das amerikanische Design-Duo Diamond Baratta nicht kennt, kann hier auch lernen, wie viele verschiedene Muster man in einen Raum vereinen kann, ohne dass er visuell kippt. Ausserdem wird ein schottisches Hotel vorgestellt, das von den Bettvorhängen bis zu den Toiletten ganz in Karo dekoriert ist.


Dreimal Karo à la Diamond Baratta (pictures courtesy www.diamondbaratta.com)

Weitere Bücher zum Thema «Fashion und Interior Design» folgen in Kürze.

Dienstag, 15. April 2008

WAS KOMMT…



In kommenden Beiträgen werden unter anderem folgende Bücher und Portfolios vorgestellt:
Des weiteren werden wir einen Blick auf den aufregenden Bücherherbst werfen, der Neuerscheinungen von unter anderem diesen Designern verspricht: Jeffrey Bilhuber, Charlotte Moss und Michael S. Smith.