Dienstag, 27. Mai 2008

HINTER DEN FASSADEN VON GREENWICH VILLAGE

Waren Sie schon mal in New York?

Hat die Sightseeing-Tour Sie auch nach Greenwich Village geführt? Sind Sie über den Washington Square geschlendert und durch die idyllische Alleen mit den endlosen Reihen von Backsteinhäusern? Haben Sie sich nicht auch gefragt, wie es wohl hinter den Fassaden dieser für NYC so typischen Häuser aussieht?


Idylle: Eine Strasse in Greenwich Village (Bild courtesy «Walking Tours Manhatten)/
Karte von Greenwich Village mit dem Mittelpunkt Washington Square (Stern)

Die Frage ist nun beantwortet…
Für «The Houses of Greenwich Village» haben Autor Kevin D. Murphy und Fotograf Paul Rocheleau die 18 schönsten und interessantesten Häuser besucht und zeigen, wie das Leben in einer modernen, pulsierenden Metropole mit dem Charme vergangener Zeiten verschmilzt.




Das Cover zeigt eines der interessantesten Interieurs: Dachatelier in Oakley-House/
Depew-House ist ein Paradebeispiel für die Architektur
(alle Bilder courtesy Abrams)

Die Geschichte von Greenwich Village beginnt lange, bevor das Viertel zum Mittelpunkt für Künstler und Kreative wurde und heute als eine New Yorker Top-Adresse für stilvolles Wohnen gehandelt wird. Mit Beginn des 19 Jahrhunderts siedelten sich in Manhattens Südwesten aufstrebende Kaufleute an und entwickelten einen ganz eigenen Baustil.
Stolz tragen die Häuser die Namen ihrer Erbauer oder einflussreichsten Bewohner und erinnern sich an die Zeiten alten Glanzes.


Die Küche von Depew House (Fassade s.o.)/Impression aus Jeremiah Tarbell House

Cornelius Oakley beispielsweise führte mit dem Bau von Oakley House eine für die Stadtentwicklung wichtige Neuerung ein: Er war bereit, zwischen Heim und Arbeitsplatz täglich eine weite Strecken zurückzulegen (in unseren Zeiten des Pendelns eine unvorstellbare «Revolution». Aber Vor 1820 lagen auch die luxuriösen Villen der Kaufleute in Hafennähe). Das Haus ist heute noch in Privatbesitz und eher klassisch eingerichtet; spektakulär ist das Künstleratelier unter dem Dach (das auch das Cover ziert).
Manche Häuser werden heute als Museum oder Galerie genutzt und zeigen weitgehend originale Elemente, beispielsweise das Seabury Tredwell House, das heute als Merchant's House Besuchern die Lebensweise einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie des 19. Jahrhunderts (und der Dienstboten) näher bringen will.
Es gibt aber auch viele Beispiele «modernen» Lebens: Von zeitgenössischer Kunst in den Ateliers und modernem Mobiliar in klassischem Ambiente bis hin zu betonbetonten Radikalsanierungen und stahlummantelte Fassaden aus neuster Zeit. Das Cherner O'Neill House, erbaut 1801 und somit eines der ältesten des Viertels, wurde 2003 umgebaut und erneuert.



In McGregor House lebt ein lesender Mensch/ Familiy Room in der Lambert Suydam Row

Das moderne Village: Cherner House und James Phalen House
(alle Bilder Paul Rocheleau im Buch/zT aus Buch fotografiert)

Überraschend und auch unerwartet sind jedoch die Blicke in die Gärten und Hinterhöfe. Hier tun sich regelrechte grüne Oasen auf.




Drei Aussenimpressionen aus dem «Village»

The «Houses of Greenwich Village» ist ein schön gemachter Band, der in Wort und Bild von der Geschichte eines berühmten Viertels und damit einer berühmten Stadt erzählt. Und obwohl Häuser und Interieurs im Mittelpunkt stehen (die Bilder wurden für dieses Buch in Auftrag gegeben), ist dieses Buch den Pionieren gewidmet, die New York wirtschaftlich gross gemacht und diese Häuser gebaut haben…
  • The Houses of Greenwich Village
  • Autor: Kevin D. Murphy, Fotografie: Paul Rocheleau
  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Abrams Books (Mai 2008)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0810995204
  • ISBN-13: 978-0810995208

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